Porträt

 

Mohammed Hafez
wird Müller

Der 19jährige Mohammed Hafez aus Allepo in Syrien hat im Juli 2016 in der Hedwigsburger Okermühle eine Ausbildung zum Verfahrenstechnologen in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft begonnen.

 

Mohammed Hafez kam am 15. Oktober 2015 mit seinem Onkel und einem Cousin über die Balkanroute in Deutschland und damit in Sicherheit an. Seine restliche Familie blieb im umkämpften Aleppo bis zum heutigen Tage zurück. Aktuell ist der Kontakt aufgrund der unklaren Lage und der weit fortgeschrittenen Zerstörung oft unterbrochen und damit außerordentlich schwierig. Trotz dieser ungewissen und traurigen  Umstände läßt er den Kopf nicht hängen, sondern ist großem Eifer und Optimismus bei der Sache.

Über eine Betreuerin vom Landkreis Wolfenbüttel lernte er die Mühle kennen und bekam im Frühjahr die Gelegenheit zu einem Praktikum. Die Arbeit und das betriebliche Umfeld gefielen ihm so gut, dass er gerne eine Ausbildung beginnen wollte. So lernt er nun seit Juli den Job eines Müllers von der Pike auf kennen. Vor allem reizte ihn neben der Integration in ein deutsches Unternehmen die Perspektive eines weltweit anerkannten Berufes. So sieht damit auch in seinem Heimatland nach dem erhofften Ende des Krieges gute Chancen auf eine gesicherte Zukunft durch eine abgeschlossene Berufsausbildung.

 

Einfacher als erwartet war die Regelung aller Formalitäten in diesem für das Unternehmen neuen und ungewohnten Fall.  Alle beteiligten Institutionen vom Landkreis, dem Jobcenter, der Krankenkasse bis hin zur Berufsschule haben unbürokratisch an einem Strang gezogen und innerhalb kürzester Zeit verbindliche Zusagen gemacht. Im Anschluß daran konnte Herr Hafes dann einen Ausbildungsvertrag über die Industrie- und Handelskammer in Braunschweig mit der Okermühle abschließen. Und Mohammend Hafez nimmt auch niemandem einen Ausbildungsplatz weg, da die Okermühle wie viele ausbildende Mühlen Nachwuchs dringend suchen.

 

In den ersten Wochen der Ausbildung standen vom Landkreis Wolfenbüttel angebotene Deutschintensivkurse im Vordergrund. Danach aber lernte er die Rohstoffannahme und die Mühle intensiver kennen. Seit Anfang Dezember absolviert er seinen ersten Schulblock in der Berufsschule in Wittingen und dank seiner mittlerweile guten Deutschkenntnisse war der Start dort besser als man erwarten durfte.