Essgewohnheiten 2017

 

Wie sich unser Frühstück gewandelt hat

Als sich 1867 Mühlenunternehmer im Verband Deutscher Müller zusammenschlossen, wollten sie ihre Branche für den technischen Fortschritt rüsten. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die ersten dampfgetriebenen Mühlen in Deutschland gebaut worden, die nunmehr wetter- und wasserunabhängig produzieren konnten. Mit ihrer Kraft ließen sich auch neue Maschinen in den Mühlen antreiben. Walzenstühle, die mit ihren Walzen aus Stahl oder Porzellan den alten Mahlstein ersetzten oder Grießputzmaschinen, mit denen Stippen-freie Mehle hergestellt werden. Damit konnte nicht nur mehr und kostengünstiger produziert werden, es entstanden auch neue, feinere und hellere Fraktionen beim Zerkleinern des Getreides.

 

Dieser Wandel hatte weitreichende Folgen für die Müllerei und schlug sich auch auf dem Frühstückstisch nieder. Aßen die Menschen in Deutschland noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts – egal ob auf dem Land oder in der Stadt – dünne Mehl- oder Biersuppe, steht 1867 schon in vielen Haushalten Brot regelmäßig auf dem Speisezettel. Vorwiegend wurden Roggen-und Mischbrote gegessen, aber auch reine Weizengebäcke, wie das Kaiserbrötchen waren zu bekommen.

 

150 Jahre später stellen die Müllerinnen und Müller mit ihrer ausgereiften Technik neben 24 Standardmahlerzeugnissen unzählige Mahlerzeugnisse für Bäcker und Lebensmittelwirtschaft her. Manche Mühle produziert mehrere Hundert verschiedene Produkte aus Roggen, Weizen und Dinkel und vielen anderen Getreidesorten. Das ist mit ein Grund, dass wir heute für unser Frühstück aus einer Vielfalt von über 300 Sorten Brot und Brötchen wählen können.